Kunibert auf "Draht"

Mein Name ist Kunibert, ihr kennt mich bestimmt aus dem Tierpark in Quadrath-Ichendorf. Mit meinem stolzen Geweih bin ich nicht zu übersehen. Meine Familie liebe ich sehr und ich achte darauf, dass ihnen nichts geschieht. Wenn ihr im späten Frühjahr oder zu Beginn des Sommers in den Tierpark kommt, könnt ihr meine jüngsten Kinder sehen.

Manchmal kommen auch ein paar Menschenkinder zu uns ins Gehege. Ich rate meinen Damen und den Kleinen dann, etwas Abstand zu halten. Man kann ja nie wissen, ob sich die Menschen vor uns erschrecken oder uns anfassen möchten, das mögen wir nicht besonders gerne. Wir lassen uns aber sehr gerne mit Salat oder leckeren Kartoffeln von ihnen füttern.

In einem Haus gegenüber vom Tierpark wohnt meine beste Menschenfreundin. Jeden Tag schaut sie nach, ob es meiner Familie und mir gut geht. Manchmal schimpft sie auch mit mir, denn ich kann schon recht draufgängerisch ein. Einmal habe ich mich dadurch ganz schön in Gefahr gebracht.

Der Zaun rund um das Gehege sollte erneuert werden. Dafür legten die Menschen eine hübsche Drahtrolle an die Stellen des Tierparks, an denen meine Herde und die anderen Tiere während des Umbau's hätten ausbüchsen können. Ich bin sehr neugierig und so stupste ich mit meinem Geweih an dem Draht herum. Leider verhakte sich der Draht und ich kam nicht mehr los. Je mehr ich versuchte, mein Geweih zu befreien, umso fester schlang sich der Draht um mich. Bald konnte ich mich kaum noch bewegen und hatte Schmerzen.

Zum Glück hatte meine Freundin wieder ein wachsames Auge auf mich und so holte sie Hilfe. Die Spritze, die mir der Tierarzt zum Schlafen gab, tat gar nicht weh und als ich wieder aufwachte, war ich vom Draht befreit und meine Damen waren froh, mich wieder zu haben. Meine Freundin hat mir wahrscheinlich das Leben gerettet.

In meiner Zeit hier im Tierpark habe ich schon viel erlebt, habe Menschen kommen und gehen gesehen, Feste des Fördervereins gefeiert. Unser Ziegenbock Harald III wird euch bestimmt auch noch ein paar Geschichten erzählen. Ich schließe hier meine Erzählung und freue mich, wenn ihr bald wieder zu Besuch kommt.

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